Lange galten sie als etwas peinliches Gadget, inzwischen stehen Masturbatoren bei vielen Männern ganz selbstverständlich im Nachttisch. Das liegt auch daran, dass aus der simplen Gummihülle von früher eine ganze Produktwelt geworden ist. Heute gibt es Modelle aus unterschiedlichen Materialien, mit ausgeklügelten Innenleben, mit Motor, mit Saugfunktion oder sogar mit App.
Wer zum ersten Mal sucht, verliert da schnell den Faden. Deshalb haben wir die wichtigsten Masturbator-Arten erklärt, vom klassischen Sleeve bis zum Automaten, der Dir die Arbeit komplett abnimmt. Du erfährst, wie sich die Typen anfühlen, was sie in der Pflege brauchen und welches Modell sich für den Start lohnt.
Was ein Masturbator besser kann als die Hand
Deine Hand kennt Dich gut, vermutlich besser als jeder andere. Aber sie kann nur, was eine Hand eben kann. Ein Masturbator bringt Reize ins Spiel, die sich mit den Fingern schlicht nicht erzeugen lassen. Weiche Noppen, enge Kammern, Rillen, Unterdruck oder Vibration fühlen sich ganz anders an und werden von vielen als intensiver oder näher am echten Sex beschrieben. Manche Modelle eignen sich außerdem gut, um gezielt an der eigenen Ausdauer zu arbeiten.
Eines vorweg: Den einen perfekten Masturbator für alle gibt es nicht. Welcher Dir am besten gefällt, hängt davon ab, was Du magst, wie intensiv es sein soll und wie viel Geld Du ausgeben möchtest.
Sechs Typen, sechs Gefühle
Grob lassen sich sechs Typen unterscheiden. Jeder davon erzeugt eigene Gefühle, und jeder hat seine Stärken und Schwächen.
1. Der Sleeve: Handarbeit mit Struktur

Der Sleeve ist der Urtyp. Eine weiche, dehnbare Hülle, innen mit einer Struktur versehen, steckt meist in einem festen Gehäuse. Das berühmteste Beispiel ist die Fleshlight, deren Hülle wie eine Taschenlampe aussieht.
- So fühlt es sich an: Kammern, Noppen, Rippen oder Spiralen sorgen bei jeder Bewegung für wechselnde Reize. An vielen Modellen sitzt am Ende eine Kappe, mit der Du den Unterdruck, also das Ansaugen, selbst einstellst.
- Das spricht dafür: Ein guter Sleeve hält sehr lange. Durch das Gehäuse in Form eines Bechers oder einer Taschenlampe fällt er im Regal kaum auf, und das Gefühl ist erstaunlich echt. Ist die Hülle an beiden Enden offen, geht das Saubermachen leichter.
- Passt zu Dir, wenn Du gerade einsteigst oder Tempo und Druck lieber selbst in der Hand hast.
2. Das Ei für zwischendurch
Kaum ein Toy wird so oft als Erstes gekauft wie das Masturbations-Ei. In einer kleinen Plastikschale in Eiform steckt eine Hülle aus einem enorm dehnbaren Elastomer. Erfunden hat das Konzept die japanische Marke Tenga.

- So fühlt es sich an: Klein wie es ist, dehnt sich das Ei beim Überstreifen erstaunlich weit. Im Inneren warten deutliche Muster, je nach Variante Waben, Wellen oder Noppen.
- Das spricht dafür: Es kostet wenig, verschwindet in jeder Jackentasche und ist ideal, um herauszufinden, welche Struktur Dir zusagt.
- Passt zu Dir, wenn Du einfach neugierig bist oder ein Toy für die Reise suchst. Gedacht sind die meisten Eier für den einmaligen Gebrauch. Spülst Du sie vorsichtig mit Wasser aus, halten sie aber oft zwei oder drei Runden durch.
3. Torsos für maximalen Realismus

Ein Torso ist das Gegenteil eines dezenten Eis. Er bildet einen Teil eines Körpers nach, etwa Po, Hüften, Brüste oder den gesamten Unterleib, und hat realistisch geformte Öffnungen, je nach Modell vaginal, anal oder oral. Damit sind Torsos die erste Wahl für alle, denen Realismus beim Anschauen und Anfassen besonders wichtig ist.
- So fühlt es sich an: Weil so viel Material verbaut ist, bringen Torsos oft mehrere Kilo auf die Waage. Das Gewicht und die Masse sorgen dafür, dass sich das Toy warm und lebendig anfühlt, und der Druck von allen Seiten kommt echtem Sex sehr nahe.
- Das spricht dafür: Mehr Realismus geht kaum, fürs Auge wie für die Hände. Häufig kommen eigens entwickelte, hautähnliche Materialien wie CyberSkin zum Einsatz.
- Das spricht dagegen: Ein Torso braucht Stauraum, lässt sich schlecht mitnehmen und macht bei der Reinigung wegen seiner Größe und der langen Kanäle einiges an Arbeit.
4. Sleeves mit Vibration
Hier trifft die bewährte Hülle auf ein bisschen Technik. In das Gehäuse sind ein oder mehrere kleine Motoren eingebaut, oft sogenannte Bullets.
- So fühlt es sich an: Während Du den Sleeve wie gewohnt bewegst, kommen feine, schnelle Schwingungen dazu, die besonders an der Eichel deutlich zu spüren sind. Über Tasten am Gehäuse wählst Du Stärke und Muster, von einem leisen Surren bis zu kräftigen Pulsen.
- Das spricht dafür: Du bekommst mehr Reize, ohne Dich mehr anstrengen zu müssen. Die Schwingungen erreichen Nerven, die tiefer liegen, und können Orgasmen ganz anders anfühlen lassen.
5. Automaten für freie Hände
Willst Du gar nichts mehr selbst tun, landest Du bei elektrischen Geräten, die sich vollständig von allein bewegen. Bekannte Namen in diesem Bereich sind Lelo, The Handy und Kiiroo. Solche Automaten sind kleine Hightech-Maschinen.

- So fühlt es sich an: Je nach Gerät fährt ein Motor die Hülle auf und ab, sie dreht sich schnell oder Manschetten im Inneren ziehen sich im Takt um den Penis zusammen.
- Das spricht dafür: Du hast tatsächlich beide Hände frei. Viele Modelle lassen sich übers Smartphone bedienen oder mit einer VR-Brille verbinden. Mit Teledildonics kann Dein Partner oder Deine Partnerin das Gerät sogar übers Internet steuern, egal wie weit Ihr voneinander entfernt seid.
6. Saugende Modelle mit Unterdruck
Diese Geräte spielen eher in der Oberklasse. Sie arbeiten mit Vakuum und sollen sich anfühlen wie Oralsex.
- So fühlt es sich an: Anstatt nur zu reiben, saugen Pumpen oder elektronisch gesteuerte Ventile rhythmisch an. Der Penis wird dabei regelrecht ins Innere gezogen, und es entsteht ein kräftiger Unterdruck.
- Das spricht dafür: So etwas bekommst Du mit der Hand nicht hin. Wie stark gesaugt wird, regelst Du bei den meisten Geräten stufenlos.
Alle Modelle auf einen Blick
Damit Du nicht zurückscrollen musst, siehst Du hier alle Modelle auf einen Blick.
| Typ | Gefühl | Aufwand beim Saubermachen | Preisklasse | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Ei | sanft bis kräftig | minimal, meist Einweg | niedrig | Neugierige und Reisende |
| Sleeve | kräftig, Du steuerst selbst | überschaubar | moderat | alle, die aufs Geld achten |
| Torso | sehr lebensecht | groß | höher | Fans von Realismus |
| Sleeve mit Vibration | pulsierend | mittel | mittel bis höher | alle, die Abwechslung suchen |
| Automat oder Saugtoy | motorisiert oder mit Vakuum | mittel, Hülle meist herausnehmbar | oberes Segment | Technikfans, freihändiger Genuss |
Vor dem Bestellen kurz prüfen
Nicht jedes Toy passt zu jedem Körper oder zu jeder Wohnsituation. Ein paar Punkte solltest Du vor dem Bestellen kurz prüfen.
- Material: Gute Masturbatoren bestehen meist aus TPE (thermoplastischen Elastomeren), TPR oder bestimmten Silikonsorten. TPE ist herrlich weich und fühlt sich fast wie Haut an. Anders als Silikon ist es aber ein wenig porös und will deshalb sorgfältiger gepflegt werden.
- Passform: Zu eng soll es nicht sein, zu weit auch nicht. Die meisten Hersteller nennen, wie viel Umfang die Hülle verträgt und wie weit sie sich in der Länge dehnt.
- Geräusch: Alles mit Motor summt oder brummt. Lebst Du in einer WG oder hörst Du die Nachbarn husten, wirf einen Blick auf die Angaben in Dezibel.
- Akku: Aufladen per USB ist bei elektrischen Modellen inzwischen üblich. Das spart Batterien, Geld und Müll.
Ohne Gleitgel geht nichts
Ohne Gleitgel geht bei einem Masturbator so gut wie nichts, und die Sorte ist dabei entscheidend. Für fast alle Modelle, ganz besonders für solche aus TPE oder TPR, nimmst Du ausschließlich Gleitgel auf Wasserbasis.
Gleitmittel mit Silikon und alle Öle, von Massageöl bis Vaseline, zersetzen das Material mit der Zeit. Die Oberfläche wird schmierig, geht kaputt und bietet Keimen ein gemütliches Zuhause. Wasserbasiertes Gel dagegen spülst Du nach dem Spaß einfach unter dem Wasserhahn weg.
Damit Dein Toy lange schön bleibt
Ein Masturbator hat direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Hygiene ist deshalb Pflicht und nicht verhandelbar. Weil TPE empfindlicher ist als Silikon, lohnt sich eine feste kleine Routine. Damit bleibt Dein Toy lange schön und angenehm.
- Gleich ausspülen: Direkt nach dem Benutzen spülst Du die Hülle gründlich mit lauwarmem Wasser durch.
- Reinigen: Sprüh einen alkoholfreien Toycleaner auf, lass ihn kurz wirken und spül ihn wieder ab. Hast Du keinen im Haus, tut es zur Not auch eine milde Seife ohne Duftstoffe.
- Trocknen lassen: Das Toy trocknet am besten an der Luft. Leg es nicht auf die Heizung und reib es nicht mit einem Handtuch aus, das fusselt.
- Pudern: Das ist der eigentliche Trick für ein langes Leben. TPE kann nach dem Waschen etwas klebrig werden. Reib es deshalb, sobald es trocken ist, mit ein wenig Renewing Powder oder reiner Maisstärke ein. So bleibt die Oberfläche seidig und fühlt sich an wie am ersten Tag.
Der beste Start für Neulinge
Für Neulinge ist der beste Start ein klassischer Sleeve, etwa eine Fleshlight, oder ein Ei von Tenga. Beide sind leicht zu handhaben, nehmen kleine Pflegefehler nicht übel und fühlen sich schon richtig gut an. Bevor Du bestellst, lohnt sich ein Preisvergleich auf taschenmuschis.com. Gerade bei Fleshlights liegen zwischen einzelnen Shops schnell 20 Euro oder mehr.
Darf es gleich etwas mehr Technik sein und das Budget gibt es her, kannst Du natürlich auch direkt mit einem Masturbator mit Vibration oder Saugfunktion anfangen. Welches Modell es am Ende wird, ist fast zweitrangig. Nimm Dir Zeit, spar nicht am Gleitgel und halte Dich an die Pflegetipps. Dann hast Du sehr lange Freude an Deinem neuen Spielzeug.
Hat Dir der Artikel gefallen?
Neues aus der Lustwelt
Neue Artikel und Geschichten direkt in Dein Postfach.











