Du willst Dir endlich ein Sextoy gönnen, öffnest einen Onlineshop und wirst von Farben, Formen und Fachbegriffen regelrecht erschlagen? Keine Sorge, so geht es beim ersten Mal fast allen. Rabbit, Wand, IPX7. Das klingt nach Technikmesse, ist aber halb so wild. Sextoys für Einsteiger müssen weder teuer sein noch Vorwissen voraussetzen. Hier erfährst Du, welche Modelle sich für den Anfang eignen, worauf Du beim Bestellen achten solltest und wie Du Dein Toy so pflegst, dass es Dir lange Freude macht. Danach weißt Du ziemlich genau, wie Du Dein erstes Toy findest, das wirklich zu Dir passt.
Was ein Sextoy Dir bringt
Viele zögern wegen einer Frage, die sie selten laut stellen: Macht so ein Vibrator nicht dem Partner Konkurrenz? Die kurze Antwort lautet Nein. Ein Sextoy bringt Dir kein Frühstück ans Bett, es erzählt Dir keine Witze und kuschelt nach dem Höhepunkt auch nicht mit Dir. Was es Dir bringt, ist etwas anderes. Du lernst Deinen eigenen Körper besser kennen.
Nach ein paar ruhigen Abenden weißt Du, welche Stellen besonders empfindlich sind, ob Du es sanft oder kräftig magst und welcher Rhythmus Dich wirklich mitnimmt. Dieses Wissen nimmst Du mit ins Schlafzimmer. Statt darauf zu warten, dass Dein Gegenüber zufällig die richtige Stelle erwischt, kannst Du es zeigen oder einfach aussprechen. Paare, die zusammen mit Toys spielen, erzählen häufig, dass sie einander dabei noch einmal ganz neu entdeckt haben. Und falls Du Dein Toy nur für Dich allein haben möchtest, ist das genauso schön. Rechtfertigen musst Du Dich dafür bei niemandem.
Die wichtigsten Arten im Überblick
Beim Durchscrollen wirkt es, als gäbe es Hunderte Modelle. In Wahrheit stecken dahinter nur wenige Grundtypen, die in allen möglichen Farben und Größen angeboten werden. Die wichtigsten Arten hast Du deshalb schnell im Überblick. Entscheidend sind eigentlich nur zwei Fragen. Magst Du eher Reize von außen oder auch etwas in Dir? Und willst Du allein spielen oder mit jemandem zusammen?
- Auflegevibrator: Mit ihm fangen die meisten an. Er ist klein, liegt gut in der Hand und wird einfach von außen angelegt, etwa an der Klitoris, am Damm oder an den Brustwarzen.
- Fingervibrator: Du streifst ihn über die Fingerspitze, und er folgt jeder Bewegung Deiner Hand. Fürs Vorspiel ideal, weil er kaum auffällt und trotzdem einiges bewirkt.
- Rabbit-Vibrator: Ein Schaft für innen, ein kleiner Arm für die Klitoris. Spannend für Dich, wenn Du schon weißt, dass Du beides gleichzeitig genießt.
- Magic Wand: Ihr großer, weicher Kopf verteilt kräftige Vibrationen über eine breite Fläche. Nebenbei lockert sie auch einen verspannten Nacken.
- Vibrator mit App oder Fernbedienung: Einer trägt das Toy, der andere hat die Kontrolle. Perfekt, wenn Ihr gern mit Vorfreude und ein bisschen Machtspiel experimentiert.
- Vibrierender Penisring: Er sitzt an der Peniswurzel, kann die Erektion etwas länger halten und schickt beim Sex Vibrationen an Euch beide.
Für Männer gibt es darüber hinaus eine ganz eigene Auswahl. Welche Masturbatoren es gibt und wie sie sich unterscheiden, liest Du in unserem Überblick über Masturbatoren.
Die Checkliste für den Kauf
Ein hübsches Design ist nett, aber beim Kauf zählen andere Dinge. Sie sind nicht besonders romantisch, entscheiden aber darüber, ob Dein neues Spielzeug zum Lieblingsstück wird oder nach kurzer Zeit vergessen in der Nachttischschublade liegt. Diese kleine Checkliste hilft Dir dabei.
Material. Hier gibt es nur eine gute Antwort, und die heißt medizinisches Silikon. Die Oberfläche ist porenfrei, Bakterien finden kaum Halt, das Material ist geruchsneutral und lässt sich gründlich säubern. Schlägt Dir beim Öffnen der Verpackung ein beißender Plastikgeruch entgegen, hast Du es wahrscheinlich mit billigem Gummi oder Weich-PVC zu tun. Darin können Weichmacher stecken, und die gehören nicht an Deine Haut, schon gar nicht an Schleimhäute.
Stromversorgung. Ein Toy mit Akku lädst Du einfach per USB und musst nicht befürchten, dass ihm mitten im schönsten Moment die Puste ausgeht. Modelle mit Batterien haben trotzdem ihren Charme, denn ein paar Ersatzbatterien liegen in fast jedem Haushalt herum.
Wasserfestigkeit. Die Angabe IPX6 oder IPX7 bedeutet, dass Du Dein Toy unter dem Wasserhahn abspülen und mit in die Wanne nehmen kannst. Vorsicht bei der Bezeichnung „spritzwassergeschützt“. Die klingt ähnlich, hält aber nur ein paar Tropfen aus.
Geräuschpegel. Wohnst Du in einer WG, sind die Wände hellhörig oder schläft nebenan jemand, lohnt sich ein Blick auf die Dezibel. Alles unter 50 dB ist hinter einer geschlossenen Tür so gut wie nicht zu hören.
Größe. Starte eher klein. Größer geht später immer noch.
Seriöse Angaben. Achte darauf, dass der Shop eine CE-Kennzeichnung und das genaue Material nennt. Steht dazu nichts in der Beschreibung, bleibt offen, was Du da eigentlich an Deinen Körper lässt.
Solo spielen oder gemeinsam?
Möchtest Du erst mal solo spielen, sind ein kleiner Auflegevibrator oder ein Fingervibrator die beste Wahl. Nimm Dir einen Abend, an dem niemand stört, beginne auf der schwächsten Stufe und taste Dich langsam nach oben. Die eine liebt ein gleichmäßiges Brummen, der andere wird bei pulsierenden Mustern schwach. Was Dir gefällt, spürst Du sehr schnell. Weißt Du bereits, dass Du auch innen gern stimuliert wirst, kannst Du direkt mit einem Rabbit einsteigen.
Wollt Ihr das Toy gemeinsam ausprobieren, sucht Euch eines aus, bei dem beide mitspielen dürfen. Ein Fingervibrator macht das Vorspiel aufregender. Ein Vibrator mit App sorgt schon beim Essen im Restaurant für rote Wangen, wenn einer von Euch unauffällig aufs Handy tippt. Und mit einem vibrierenden Penisring holt Ihr das Toy ganz unkompliziert in den Sex selbst. Redet vorher kurz darüber, was Euch reizt. Sucht Ihr das Spielzeug zusammen aus, versteht es auch niemand als heimliche Kritik am gemeinsamen Liebesleben.
Unsere Favoriten für den Anfang
Keine Lust, Dich durch ein Dutzend Shops zu klicken? Dann wirf einen Blick in das Sortiment von marielove. Die Auswahl ist groß, und für viele Toys zahlst Du weniger als für ein Abendessen zu zweit. Hier kommen unsere Favoriten für den Anfang.
Mini-Fingervibrator
Sehr klein, angenehm leise und aus weichem medizinischem Silikon mit feinen Noppen. Er ist vollständig wasserdicht und darf deshalb sogar ins Schaumbad. Ideal für den allerersten Versuch und fürs Vorspiel zu zweit.
Kleiner Vibrator GM-401
Handlich, aus medizinischem Silikon, lädt per USB und ist wasserdicht. Mit fünf Stufen bleibt die Bedienung angenehm übersichtlich.
Rabbit-Vibrator 2in1
Für Dich, wenn Du Lust auf innen und außen zugleich hast. Medizinisches Silikon, mit Akku und wasserdicht nach IPX6.
Magic Wand mit Akku
Viel Kraft, ein weicher Kopf aus Silikon und kein Kabel, das Dir in die Quere kommt. Richtig für Dich, wenn Du es intensiver magst oder nach einem anstrengenden Tag schlicht eine Massage brauchst.
Vibrator mit App-Steuerung GM-322
Du trägst ihn, Dein Partner oder Deine Partnerin bedient ihn per Fernbedienung oder Smartphone, auf Wunsch sogar aus einer anderen Stadt. Aus medizinischem Silikon und wiederaufladbar.
Vibrierender Penisring 3in1
Unkomplizierter kommt kein Toy ins Liebesspiel. Aus Silikon, und die Vibrationen kommen bei Euch beiden an.
Zwei Kleinigkeiten vergessen beim ersten Einkauf übrigens fast alle.
Gleitgel Gleitlife auf Wasserbasis
Verträgt sich mit jedem Toy und mit Kondomen, lässt sich leicht abwaschen und hinterlässt keine Flecken im Bett.
Toycleaner
Reinigungsspray für Toys aus Silikon. Einsprühen, abwischen, erledigt. Sehr angenehm, wenn Du nachts nicht mehr ins Bad tapsen willst.
Welches Gleitgel passt?
Wer Gleitgel einmal ausprobiert hat, fragt sich meist, warum es so lange ohne ging. Alles flutscht, nichts scheuert, und das Toy fühlt sich auf der Haut gleich viel angenehmer an. Bleibt nur die Frage, welches Gleitgel passt.
Für den Einstieg ist eines auf Wasserbasis die sichere Wahl. Es verträgt sich mit jedem Material und jedem Kondom und lässt sich mit etwas Wasser rückstandslos entfernen. Gleitgel auf Silikonbasis bleibt viel länger geschmeidig und ist für Sex unter der Dusche kaum zu schlagen. Mit Toys aus Silikon solltest Du es allerdings nicht kombinieren, da es deren Oberfläche auf Dauer angreifen kann. Von Öl und Bodylotion lässt Du am besten ganz die Finger. Beides macht Latexkondome durchlässig und kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen.
Sauber halten und richtig lagern
Kein glamouröses Thema, aber ein wichtiges. Was Du an Deine empfindlichsten Stellen lässt, solltest Du sauber halten. Wenn Du Dein Toy außerdem richtig lagern und ein wenig pflegen kannst, hast Du deutlich länger etwas davon.
- Vor und nach dem Spiel säubern: Warmes Wasser und eine milde Seife ohne Parfüm reichen aus, alternativ nimmst Du den Toycleaner. Wasserdichte Modelle darfst Du abspülen, alle anderen wischst Du nur mit einem feuchten Tuch ab.
- Gut trocknen: Lass das Toy an der Luft trocknen oder tupfe es mit einem fusselfreien Tuch ab, bevor Du es wegräumst.
- Einzeln verstauen: Ein eigenes Stoffsäckchen pro Toy ist ideal. Manche Materialien reagieren miteinander, wenn sie lange Kontakt haben.
- Mit Kondom teilen: Teilt Ihr Euch ein Toy oder wandert es bei Dir vom Po nach vorn, ziehst Du jedes Mal ein neues Kondom darüber. Was beim Analsex sonst noch zur Hygiene gehört, erklären wir in einem eigenen Beitrag zur Hygiene beim Analsex.
- Akku pflegen: Lade Dein Toy gelegentlich auf, auch wenn es gerade Pause hat. Ein Akku, der monatelang leer herumliegt, nimmt Dir das übel.
- Rechtzeitig ersetzen: Ist die Oberfläche rissig oder klebrig geworden oder riecht sie seltsam, ist es Zeit für ein neues Toy.
Unser Rat zum Schluss
Unser Rat zum Schluss passt in einen Satz. Fang klein an, achte auf medizinisches Silikon und leg eine Tube Gleitgel dazu. Für den Anfang reicht das völlig. Alles Weitere entdeckst Du beim Ausprobieren, und das ist schließlich das Beste daran. Lass Dir Zeit, mach Dir keinen Druck und finde heraus, was Dir guttut, ob allein oder zu zweit. Ein Sextoy ist zum Genießen da. Worauf wartest Du also noch?
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