Die meisten Paare haben drei, vier Stellungen, die immer funktionieren. Das ist völlig in Ordnung – bis es irgendwann nicht mehr reicht. Dann fühlt sich Sex an wie ein Lieblingslied, das man zu oft gehört hat: schön, aber ohne Überraschung. Dabei braucht es oft gar nicht viel. Ein Kissen an der richtigen Stelle, ein paar Zentimeter mehr Neigung im Becken oder ein anderer Winkel, und auf einmal spürst Du Dinge, die vorher nicht da waren.
In diesem Artikel stellen wir Dir 12 Sexstellungen mit genauer Anleitung vor: wie sie gehen, warum sie sich so gut anfühlen und worauf Ihr achten solltet. Wir beschreiben sie der Einfachheit halber für Mann und Frau. Die meisten funktionieren aber genauso mit Strap-on oder Toy, zwischen zwei Frauen oder zwei Männern.
Was eine gute Sexstellung ausmacht
Bevor es losgeht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Anatomie. Denn ob sich eine Stellung gut anfühlt, ist kein Zufall. Was eine gute Sexstellung ausmacht, ist vor allem das Zusammenspiel aus vier Dingen.
Der Winkel. Der G-Punkt ist kein Knopf, sondern eine besonders empfindliche Zone an der vorderen Scheidenwand, etwa drei bis fünf Zentimeter vom Eingang entfernt. Stellungen, bei denen der Penis nach vorn – also Richtung Bauchdecke – drückt, treffen diese Zone deutlich besser. Das passiert zum Beispiel, wenn ihr Becken leicht angehoben ist oder er von hinten kommt.
Die Klitoris. Sie ist das Zentrum der weiblichen Lust und hat je nach Studie 8.000 bis über 10.000 Nervenenden – mehr als jede andere Stelle des Körpers. Bei normalem Rein und Raus wird sie aber oft kaum berührt. Das erklärt, warum Studien zufolge nur etwa jede fünfte Frau allein durch Penetration zum Orgasmus kommt. Stellungen, bei denen sein Becken an ihrer Klitoris reibt oder bei denen eine Hand frei bleibt, machen hier den Unterschied.
Kontrolle über Tempo und Tiefe. Wer oben ist, bestimmt. Für viele Frauen ist das der wichtigste Faktor überhaupt, weil sie dann genau den Druck und den Rhythmus wählen können, den sie brauchen.
Nähe oder Abstand. Manche Stellungen leben von Blickkontakt und Küssen, andere davon, dass man sich ganz auf das Gefühl konzentriert. Beides hat seinen Reiz – je nach Stimmung.
Dazu kommt Euer Körperbau. Ein großer Größenunterschied, ein langer oder eher kurzer Penis, Rückenprobleme oder wenig Beweglichkeit: All das entscheidet mit, welche Stellung für Euch passt. Deshalb steht bei jeder Stellung dabei, für wen sie sich besonders eignet.
Die 12 Sexstellungen im Detail
Jede Stellung erklären wir im Detail: wie sie geht, warum sie sich so gut anfühlt, worauf Ihr achten solltet und für wen sie sich besonders eignet.
1. Missionarsstellung mit Kissen
So geht’s: Sie liegt auf dem Rücken, er liegt zwischen ihren Beinen und stützt sich auf Unterarme oder Hände. Der Trick: Ein festes Kissen unter ihrem Po hebt das Becken um einige Zentimeter an.
Warum sie so gut ist: Die Missionarsstellung hat zu Unrecht einen langweiligen Ruf. Mit angehobenem Becken verändert sich der Eintrittswinkel so, dass er die vordere Scheidenwand und damit den G-Punkt viel direkter trifft. Gleichzeitig seid Ihr Euch ganz nah, könnt Euch küssen und ansehen.
Varianten: Zieht sie die Knie Richtung Brust, wird es tiefer und enger. Schlingt sie die Beine um seine Hüften, kann sie ihn näher heranziehen und das Tempo mitbestimmen.
Gut für: den Einstieg, Paare mit großem Größenunterschied und alle, die Nähe mögen.
2. CAT-Technik – die Missionarsstellung für ihren Orgasmus
So geht’s: Die Coital Alignment Technique beginnt wie die Missionarsstellung. Dann rutscht er ein Stück höher, sodass sein Schambein direkt über ihrer Klitoris liegt. Sein Oberkörper ruht dabei auf ihr, nicht auf seinen Armen. Statt zu stoßen, bewegt Ihr Euch in einem langsamen Schaukeln: Sie drückt das Becken nach oben, er nach unten.
Warum sie so gut ist: Der Penis bleibt dabei nur wenige Zentimeter in Bewegung, dafür reibt die Basis bei jedem Schaukeln über die Klitoris. Genau dieser gleichmäßige Druck fehlt bei den meisten anderen Stellungen. In einer Studie kamen Frauen mit der CAT-Technik deutlich häufiger beim Sex zum Höhepunkt als mit der normalen Missionarsstellung.
Unser Tipp: Die Technik braucht ein, zwei Anläufe, bis der Rhythmus sitzt. Bleibt geduldig – und haltet das Tempo bewusst langsam, auch wenn es sich am Anfang ungewohnt anfühlt.
Gut für: Frauen, die beim Sex bisher selten kommen, und Männer, die länger durchhalten wollen.
3. Die Reiterstellung
So geht’s: Er liegt auf dem Rücken, sie sitzt rittlings auf ihm, die Knie links und rechts neben seinen Hüften.
Warum sie so gut ist: Sie hat die volle Kontrolle. Statt auf und ab zu wippen, probiert sie am besten kreisende oder vor- und zurückgleitende Bewegungen. Dabei reibt ihre Klitoris an seinem Schambein, und der Penis bleibt tief in ihr. Lehnt sie sich nach vorn, wird der Druck auf die Klitoris stärker. Lehnt sie sich zurück und stützt sich auf seinen Oberschenkeln ab, trifft er die vordere Scheidenwand.
Für ihn: Er hat die Hände frei – für ihre Brüste, ihren Po oder einen Finger an der Klitoris. Und er hat den besten Blick der Welt.
Achtung: Auf Dauer geht die Stellung in die Oberschenkel. Kleine Pausen, in denen sie sich nach vorn auf seine Brust legt, sind keine Schwäche, sondern Teil des Spiels.
Gut für: ihren Orgasmus, für längere Penisse, weil sie die Tiefe selbst dosiert, und für Männer mit Rückenproblemen.
4. Die umgekehrte Reiterstellung
So geht’s: Wie bei der Reiterstellung, nur dass sie ihm den Rücken zuwendet. Sie stützt sich auf seinen Knien oder Oberschenkeln ab.
Warum sie so gut ist: Durch die Drehung verändert sich der Winkel komplett. Beugt sie sich nach vorn, drückt der Penis gegen die hintere Scheidenwand, was viele als sehr intensiv empfinden. Für ihn ist der Anblick ihres Rückens und Pos ein echtes Highlight.
Achtung: Ein erigierter Penis lässt sich nur begrenzt nach vorn biegen. Sie sollte sich deshalb nicht zu weit vorbeugen und große, unkontrollierte Bewegungen vermeiden. Langsam anfangen und Rückmeldung geben.
Gut für: Paare, die die Reiterstellung schon lieben und etwas Neues suchen.
5. Doggy Style
So geht’s: Sie kniet auf allen vieren, er kniet hinter ihr. Senkt sie den Oberkörper auf die Matratze und bleibt mit dem Po oben, wird daraus die tiefere Variante.
Warum sie so gut ist: Von hinten trifft der Penis automatisch die vordere Scheidenwand – also genau den Bereich des G-Punkts. Dazu kommt das Gefühl von Hingabe und ein bisschen Wildheit, das viele an dieser Stellung lieben. Er hat die Hände an ihren Hüften und kann Tempo und Tiefe gut steuern.
Unser Tipp: Die Klitoris kommt hier zu kurz. Eine Hand – ihre oder seine – oder ein kleiner Vibrator macht den Doggy Style für sie deutlich intensiver.
Achtung: Die Stellung ist sehr tief. Bei einem langen Penis kann das gegen den Muttermund drücken und unangenehm werden. Dann hilft es, wenn sie den Oberkörper wieder etwas aufrichtet.
Gut für: intensiven G-Punkt-Sex und Nächte, in denen es ruhig etwas heftiger sein darf.
6. Flach von hinten
So geht’s: Sie liegt flach auf dem Bauch, die Beine eng beieinander oder leicht gespreizt. Er liegt auf ihr und stützt sich mit den Armen ab. Ein flaches Kissen unter ihrem Becken hebt den Po leicht an.
Warum sie so gut ist: Weil ihre Beine geschlossen sind, fühlt sich alles enger an – für beide. Gleichzeitig reibt ihr Venushügel bei jeder Bewegung an Kissen oder Matratze, was die Klitoris indirekt mitstimuliert. Viele Frauen erleben genau diese Mischung als besonders intensiv. Und weil er auf ihr liegt, entsteht viel Hautkontakt und Nähe, obwohl Ihr Euch nicht anseht.
Unser Tipp: Schiebt sie eine Hand oder ein kleines Auflege-Toy unter sich, kann sie den Druck auf die Klitoris selbst bestimmen.
Gut für: kürzere Penisse, weil die Enge viel ausgleicht, und für alle, die es tief, aber ruhig mögen.
7. Das Löffelchen
So geht’s: Ihr liegt beide auf der Seite, er hinter ihr. Sie winkelt das obere Bein leicht an oder legt es nach hinten über seine Hüfte, damit er gut in sie eindringen kann.
Warum sie so gut ist: Die Bewegungen sind klein und langsam, dafür ist der ganze Körper in Kontakt. Er kann ihren Nacken küssen, ihre Brüste streicheln und mit einer Hand an ihre Klitoris – eine Kombination, die viele Frauen sehr zuverlässig zum Orgasmus bringt.
Unser Tipp: Perfekt für den Morgen, für müde Abende und für Tage, an denen ein schneller Rhythmus einfach nicht passt. Auch in der Schwangerschaft ist das Löffelchen eine der bequemsten Stellungen.
Gut für: zärtlichen Sex, Paare mit wenig Energie, aber viel Lust, und Menschen mit Knie- oder Rückenproblemen.
8. Der Lotus
So geht’s: Er sitzt im Schneidersitz auf dem Bett oder am Boden. Sie setzt sich auf seinen Schoß, schlingt die Beine um seinen Rücken und die Arme um seinen Nacken.
Warum sie so gut ist: Hier gibt es kein Stoßen, sondern nur ein gemeinsames Wiegen. Ihr seid Brust an Brust, Gesicht an Gesicht, und atmet im selben Rhythmus. Weil die Bewegungen so klein sind, wird die Lust nicht schnell hochgetrieben, sondern baut sich langsam auf. Das ist der Grund, warum der Lotus im Tantra so beliebt ist.
Unser Tipp: Kissen im Rücken oder eine Wand zum Anlehnen machen die Stellung für ihn deutlich bequemer.
Gut für: Slow Sex, intensive Nähe und Paare, die länger zusammen sind und sich wieder neu spüren wollen.
9. Beine auf den Schultern
So geht’s: Sie liegt auf dem Rücken, er kniet vor ihr. Sie legt ihre Beine auf seine Schultern, er hält ihre Oberschenkel fest.
Warum sie so gut ist: Durch die angehobenen Beine kippt ihr Becken nach hinten. Dadurch kann er besonders tief eindringen und trifft die vordere Scheidenwand. Für viele ist das die intensivste Stellung überhaupt. Er hat den vollen Blick auf ihren Körper, sie spürt jede Bewegung sehr deutlich.
Achtung: So viel Tiefe ist nicht für jeden angenehm. Fangt langsam an und lasst sie sagen, wie tief es sein darf. Ist es zu viel, legt sie nur ein Bein auf seine Schulter – das nimmt Tiefe heraus und verändert den Winkel noch einmal.
Gut für: leidenschaftliche Nächte, für kürzere Penisse und für alle, die G-Punkt-Stimulation lieben.
10. Im Stehen gegen die Wand
So geht’s: Sie lehnt mit dem Rücken an der Wand, er steht vor ihr. Sie hebt ein Bein an und legt es um seine Hüfte, er stützt es mit einer Hand. Ist er deutlich größer, helfen High Heels, eine Treppenstufe oder ein stabiler Hocker.
Warum sie so gut ist: Diese Stellung lebt nicht von perfekter Technik, sondern von Spontanität. Ihr reißt Euch im Flur die Kleider vom Leib, weil Ihr es nicht mehr bis ins Schlafzimmer schafft – genau dieses Gefühl macht sie so heiß. Die Bewegungen sind kurz, die Küsse wild.
Variante für Starke: Er hebt sie hoch, sie schlingt beide Beine um ihn und lehnt sich an die Wand. Spektakulär, aber anstrengend – eher etwas für ein paar Minuten.
Gut für: den Quickie zwischendurch und Paare, die Abwechslung zum Bett suchen.
11. Auf der Tischkante
So geht’s: Sie sitzt auf der Kante eines Tisches, einer Kommode oder der Waschmaschine, er steht zwischen ihren Beinen. Sie kann sich nach hinten auf die Hände stützen oder sich an ihm festhalten.
Warum sie so gut ist: Die Höhe passt meistens perfekt, ohne dass sich jemand verrenken muss. Lehnt sie sich zurück, trifft er die vordere Scheidenwand. Zieht sie ihn eng an sich, wird es inniger und Ihr könnt Euch dabei küssen. Und er hat beide Hände frei.
Unser Tipp: Vorher prüfen, ob das Möbelstück wirklich stabil ist. Ein Handtuch unter dem Po macht kalte Oberflächen angenehmer.
Gut für: spontanen Sex außerhalb des Schlafzimmers und Paare mit großem Größenunterschied.
12. Die 69
So geht’s: Ihr liegt verkehrt herum aufeinander oder nebeneinander, sodass jeder mit dem Mund zwischen den Beinen des anderen ist. Seitlich liegend ist die 69 am bequemsten, weil niemand sein Gewicht halten muss.
Warum sie so gut ist: Ihr verwöhnt Euch gleichzeitig – das ist doppelte Lust und ein ziemlich aufregendes Gefühl. Die 69 eignet sich weniger, um gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen, denn wer gerade selbst sehr erregt ist, verliert leicht den Rhythmus. Als Vorspiel ist sie dafür unschlagbar.
Unser Tipp: Abwechseln erlaubt. Einer genießt, der andere gibt – und dann wird getauscht.
Gut für: ein intensives Vorspiel und alle, die Oralsex lieben.
Welche Sexstellung passt zu welchem Wunsch?
Nicht jede Stellung passt zu jedem Moment. Welche Sexstellung die richtige ist, hängt davon ab, nach welchem Gefühl Dir gerade ist. Diese Übersicht hilft Dir, schnell die passende zu finden:
| Wunsch | Passende Stellungen |
|---|---|
| Ihr Orgasmus | CAT-Technik, Reiterstellung, Löffelchen mit Hand |
| G-Punkt | Missionarsstellung mit Kissen, Doggy Style, Beine auf den Schultern |
| Ganz viel Nähe | Lotus, Löffelchen, Missionarsstellung |
| Schnell und spontan | Im Stehen gegen die Wand, auf der Tischkante |
| Länger durchhalten | CAT-Technik, Lotus, Löffelchen |
| Tief und intensiv | Doggy Style, Beine auf den Schultern, flach von hinten |
| Bei Rücken- oder Knieproblemen | Löffelchen, Reiterstellung (für ihn), Missionarsstellung |
So wird jede Stellung noch besser
Die Stellung allein macht noch keinen guten Sex. Ein paar Kleinigkeiten machen aber fast jede Position spürbar intensiver:
- Nehmt Gleitgel. Mehr Feuchtigkeit bedeutet weniger Reibung und mehr Gefühl – gerade bei tiefen Stellungen und beim Positionswechsel. Mit Kondom nehmt Ihr Gleitgel auf Wasser- oder Silikonbasis – Öl macht Latex porös.
- Kissen sind Euer bestes Werkzeug. Ein paar Zentimeter mehr Höhe unter dem Becken verändern den Winkel stärker als jede neue Stellung.
- Vergesst die Klitoris nicht. Eine Hand oder ein kleiner Vibrator macht aus vielen Stellungen eine ganz neue Erfahrung. Welche Toys sich dafür eignen, liest Du in unserem Ratgeber Sextoys für Einsteiger.
- Spielt mit dem Tempo. Dieselbe Stellung fühlt sich langsam völlig anders an als schnell. Wechselt ab und baut die Spannung bewusst auf.
- Trainiert den Beckenboden. Wer die Muskeln zwischen den Beinen gezielt anspannen kann, spürt mehr – und das gilt für Frauen wie für Männer.
- Redet miteinander. Ein „Etwas langsamer“ oder „Genau so“ ist nicht unromantisch, sondern der schnellste Weg zu gutem Sex. Tut etwas weh, hört Ihr auf und versucht einen anderen Winkel.
Welche Stellung passt zu Deinem Sextyp?
Welche Stellung Dich am meisten anmacht, hängt auch von Deinem Sextyp ab. Wer romantisch ist, liebt den Lotus und das Löffelchen. Leidenschaftliche Typen fallen im Flur übereinander her, Genießer nehmen sich für die CAT-Technik alle Zeit der Welt, und wer gern dominant ist, bestimmt beim Doggy Style das Tempo. Du weißt noch nicht, welcher Typ Du bist? Dann finde es heraus – mit unserem Quiz Welcher Sextyp bist Du?
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